In Bayern gibt es viele traumhaft schöne Wasserfälle, die ihr auf einer Wanderschaft erkunden könnt. In manchen von ihnen könnt ihr sogar baden, aber nur unter den wenigsten könnt ihr direkt durchwandern – und schon gar nicht in ein anderes Land. Der Staubwasserfall im Heutal macht genau das möglich und besticht somit nicht nur durch seine imposante Höhe, sondern auch durch dieses einzigartige Erlebnis.
Auf Schmugglerpfaden
Der Staubfall markiert den Grenzübergang von Bayern ins Salzburger Land. Durch diese Lage war der 190 Meter hohe Wasserfall prädestiniert als Schmugglerroute, um Waren wie Zigaretten oder Kaffee über die Grenze zu bringen. Um dies zu verhinderten patrouillierten bis in die 1950er Jahre Zöllner auf beiden Seiten der Grenze und Wanderer mussten sich in der Diensthütte ausweisen. Heute braucht es das alles zum Glück nicht mehr, sodass ihr unbehelligt ins Nachbarland spazieren könnt.
Mit seinen 190 Metern ist der Staubwasserfall der sechsthöchste in ganz Deutschland. Er stürzt in mehreren Kaskaden den Hauptdolomiten hinunter und bildet einen wahrlich eindrucksvollen Anblick. Noch beeindruckender wird es, wenn ihr euch auf den Weg hinter den Wasserfall begebt und ihn von der anderen Seite betrachtet. Hier seid ihr dem Strom ganz nah und könnt seine Kraft regelrecht spüren. Mehrere Stufen führen euch hinauf und ein Dach schützt euch davor, nass zu werden. Kaum habt ihr den Staubfall durchquert, seid ihr auch schon im österreichischen Heutal – ganz legal und ohne Zollkontrolle.
Wanderschaft zum Staubfall

Wenn ihr von deutscher Seite zum Staubfall wollt, startet ihr am besten beim Holzknechtmuseum in Ruhpolding. Das Museum selbst ist ebenfalls einen Besuch wert und bringt euch die Geschichte der Waldarbeit näher. Von hier aus begebt ihr euch auf den Weg ins Fischbachtal, wo ihr dem namensgebenden Fischbach bis zum Wasserfall folgt. Der Bach führt euch zum Staubfallsteig, welcher euch in Serpentinen den Berg hinauf führt und tolle Ausblicke bietet. Irgendwann erreicht ihr schließlich den Staubfall mit seinem Grenzübergang.
Auf der anderen Seite der Grenze geht es weiter am Fischbach entlang ins Heutal. Mit dem Fischbachwasserfall erwartet euch ein weiteres Kaskadenspiel, das zwar kleiner, aber micht weniger sehenswert ist als der große Staubfall. Das Heutal bietet gleich mehrere Einkehrmöglichkeiten wie den Heutaler Hof. Einen Rundweg gibt es leider nicht, weshalb ihr denselben Weg zurücknehmt, auf dem ihr auch gekommen seid. Tragt auf eurer Tour auf jeden Fall gutes Schuhwerk und passt auf, dass ihr bei der Unterquerung des Wasserfalls nicht auf dem feuchten Boden ausrutscht. Nach Unwettern und im Winter ist der Weg teilweise gesperrt, weshalb die Wanderung sich vor allem für den Sommer oder Herbst anbietet.