Es gibt ein München, an dem viele Menschen vorbeigehen, ohne es wirklich wahrzunehmen. Es verbirgt sich im Schatten jahrhundertealter Kirchen, zwischen verwitterten Grabmälern und an Orten, an denen die Zeit stillzustehen scheint.
Wäre Edgar Allan Poe in München geboren worden, hätte er hier vermutlich an jeder Ecke Stoff für eine seiner düsteren Geschichten gefunden.
Teufelstritt in der Frauenkirche

Im Eingangsbereich des Münchner Doms liegt der Teufelstritt: ein Fußabdruck im Stein, um den sich eine düstere Legende rankt. Der Teufel soll mit dem Baumeister gewettet haben, dass in der Kirche keine Fenster zu sehen seien. Von seinem Standort aus konnte er tatsächlich keines entdecken – bis er einen Schritt weiterging und die Fenster plötzlich vor ihm lagen. Eine kleine Münchner Spukgeschichte, die sich bestens in Poes Welt aus Täuschung und übernatürlichen Begegnungen einfügt.
Fürstengruft der Michaelskirche

In der Fürstengruft der Michaelskirche liegt König Ludwig II. begraben. Sein Tod im Jahr 1886 am Starnberger See ist bis heute ungeklärt – ein Geheimnis, das seinem Leben als „Märchenkönig“ eine besonders düstere Note verleiht. Zwischen den Wittelsbacher-Gräbern wird Münchens Geschichte plötzlich sehr persönlich und sehr geheimnisvoll.
Barocke Asamkirche

Mitten in der geschäftigen Sendlinger Straße öffnet sich eine überraschend dunkle, fast theatralische Kirchenwelt. Der untere Bereich der barocken Asamkirche steht symbolisch für weltliches Leid; die Beichtstühle greifen Themen wie Tod, Gericht, Hölle und Himmel auf. Wer Poes Geschichten von Schuld, Schicksal und dem Jenseits mag, findet hier eine ebenso kunstvolle wie eindringliche Kulisse.
Alter Südfriedhof

Zwischen alten Bäumen und verwitterten Grabmälern scheint die Stadt für einen Moment stillzustehen. Der Alte Südliche Friedhof wurde 1563 angelegt und ist heute ein geschützter Ort mit historisch und kunstgeschichtlich bedeutenden Grabstätten. Ein Spaziergang durch die stillen Wege fühlt sich an wie eine Reise in eine andere Zeit – und erinnert daran, wie eng Schönheit und Vergänglichkeit beieinanderliegen.
Fürstengruft der Theatinerkirche

Unter der Barockkirche am Odeonsplatz liegen zahlreiche Wittelsbacher – darunter drei bayerische Könige und der Prinzregent Luitpold. Die stillen Särge erzählen von Macht, Dynastie und Vergänglichkeit: Ein eindringlicher Ort für alle, die Münchens Geschichte von ihrer dunkleren Seite entdecken möchten. Die Gruft ist samstags geöffnet.
Wenn ihr am liebsten direkt in eine Geschichte des Schriftstellers Edgar Allan Poe eintauchen würdet, erwartet euch in München ein Erlebnis, das Poes düstere Fantasiewelt für einen Abend lebendig werden lässt.
Das Edgar Allan Poe Speakeasy bringt vier seiner berühmten Erzählungen auf die Bühne – darunter Das verräterische Herz, Der Rabe und Die Maske des Roten Todes. Dazu gibt es thematisch abgestimmte Cocktails oder Mocktails in einer düsteren Kulisse mit Kerzenschein und gotischem Flair. In München findet das Erlebnis im Sudetendeutschen Haus statt.
Edgar Allan Poe Speakeasy München
13 November 2026 18:00 + mehr Daten
Sudetendeutsches Haus
