Die Schönheit Bayerns ist berüchtigt und gerade deswegen lädt uns die Umgebung Münchens zu einigen Tagesausflügen in die Natur ein. Aber auch traumhafte Dörfer liegen in direkter Nähe und eines davon ist eine wahre Schatzkammer. Was viele nicht wissen: Die malerische Kleinstadt Nördlingen ist auf Diamanten gebaut! Nirgendwo sonst auf der Welt ist die Konzentration der funkelnden Edelsteine so hoch wie hier.
Was sind die Nördlinger Diamanten?

Nördlingen ist eine bayerische Kleinstadt, die in vielerlei Hinsicht einzigartig ist. Vor allem liegt das aber an ihren Diamanten: Die gesamte Stadt wurde im Inneren eines Kraters gebaut, der vor etwa 15 Millionen Jahren durch den Einschlag eines kilometerbreiten Asteroiden entstanden ist. Das sogenannte Nördlinger Ries hat einen Durchmesser von etwa 25 Kilometern und ist einer der am besten erhaltenen großen Meteoritenkrater der Erde.
Durch die gewaltigen Kräfte beim Asteroideneinschlag wurden in der Region aus dem im Gestein enthaltenen Kohlenstoff Millionen winziger Diamanten gebildet. Sie sind mit unter 0,2 Millimetern meist mikroskopisch klein und mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Insgesamt gibt es schätzungsweise 72.000 Tonnen solcher Diamanten rund um und in Nördlingen – ein absoluter Weltrekord.
Wie sind die Diamanten in der Stadt zu erkennen?

Die Diamanten in Nördlingen sind zwar winzig klein, aber sie prägen dennoch das Stadtbild. Die Bausteine vieler Häuser und auch der imposanten St.-Georgs-Kirche enthalten diese zahllosen Mikrodias. An sonnigen Tagen kann man beobachten, wie die Mauern glitzern und funkeln.
Die Diamanten sind so klein, dass ihr wirtschaftlicher Wert praktisch null ist. Man kann sie nicht abbauen oder verkaufen, also bleibt der Schatz sprichwörtlich im Mauerwerk. Umso mehr lohnen sich Spaziergänge, Stadtführungen oder ein Besuch im Rieskratermuseum. Ein besonderer Tipp: Die mittelalterliche Stadtmauer ist komplett erhalten und umrundet die Altstadt auf etwa 2,7km, die auf einem historischen Rundweg begehbar ist.
Filmschauplätze und Weltraumexpeditionen: Besonderheiten der Nördlinger Diamenten

Wer sich für Astronomie interessiert, findet im Rieskrater einen echten Hotspot. Denn nicht nur das Stadtbild funkelt, auch für die Wissenschaft ist Nördlingen von großem Interesse. Die NASA nutzte das Rieskrater-Gebiet als Übungsplatz: Die Apollo-Astronauten bereiteten sich hier vor ihren Mondmissionen auf die Gesteinsuche vor. Im Rieskratermuseum kann ein echtes Mondgestein der Apollo-16-Mission bestaunt werden, das als Erinnerung an diese Trainings an die Stadt übergeben wurde. Auch heute ist das Ries regelmäßiger Trainingsstandort für die Europäische Weltraumorganisation.
Außerdem lohnt sich der Besuch in Nördlingen für Filmfans: Denn genau hier wurde die berühmte Schlussszene des Films „Willy Wonka & die Schokoladenfabrik“ gedreht. Der Flug im gläsernen Fahrstuhl über die Dächer der mittelalterlichen Stadt zeigt deutlich die markante Altstadtsilhouette von Nördlingen.
Diamanten, Mondgestein und Filmschauplätze: Nördlingen steckt voller Überraschungen. Nur 90 Minuten mit dem Auto oder der Bahn von München entfernt macht es diese malerische Stadt mit dem höchsten „Diamantenfaktor“ der Welt perfekt für einen Tagesausflug. Atmosphäre, Geschichte, Natur und ein kleiner Funken Science-Fiction mitten in Bayern!