Wer derzeit das Haus der Kunst besucht, steht unversehens vor einer gewaltigen Konstruktion aus Hunderten aneinandergenähten Plastiktüten. Einkaufstaschen von verschiedenen Supermärkten und Modemarken bilden eine riesige Hülle, in welche die Besucher hineintreten können. Diese begehbare Raumwelt ist ein markantes Element der aktuellen Ausstellung des Künstlers Tomás Saraceno in München.
Kunst trifft auf ökologische und soziale Fragen
Unter dem Titel „Tomás Saraceno in collaboration. Verwobene Welten“ widmet sich die Schau der Schnittstelle von Kunst und Klimawandel. Im Rahmen der Ausstellung präsentiert der Künstler auch das Werk „El Santuario del Agua“. Dieses entsteht als permanentes Land-Art-Projekt in Nordargentinien gemeinsam mit den indigenen Gemeinschaften von Red Atacama, um den Schutz ihrer Territorien zu unterstützen.
Die Ausstellung setzt auf raumfüllende Installationen und visuelle Gegensätze. Neben der bunten Plastik-Architektur finden sich weitläufige, mit farbigen Mustern versehene Teppichlandschaften, die mit Kissen bestückt sind. In teils abgedunkelten Räumen werden diese Eindrücke durch dokumentarisches Material ergänzt. Beleuchtete Schaukästen mit Texten und Bildern sowie Videoinstallationen, in denen Sprecher globale Themen adressieren, geben den Werken einen konkreten inhaltlichen Rahmen.
Entdeckt die beeindruckenden Rauminstallationen im Haus der Kunst

In weiteren Sälen verändert sich die Raumatmosphäre deutlich. Große, halbtransparente und spiegelnde Kugeln hängen von der Decke und durchbrechen mit ihren Reflexionen den dunklen Raum. Einen besonders ruhigen Gegenpol zur wilden Ästhetik des wiederverwendeten Plastikmülls bilden filigrane Spinnennetze. Die Schau verbindet so natürliche und künstliche Strukturen zu einem Parcours, der abstrakte Umweltthemen durch raumgreifende Installationen physisch erfahrbar macht. Mehr Informationen zur Ausstellung findet ihr hier auf der Website des Hauses der Kunst.