München steckt voller grüner Oasen, doch kaum ein Ort versprüht so viel verträumten Charme wie der Auer Mühlbach. Der rund sieben Kilometer lange Stadtbach liegt im Süden Münchens östlich der Isar und wird direkt mit deren Wasser gespeist. Besonders an der Ecke Mondstraße und Voßstraße unterhalb des Giesinger Bergs erwartet euch eine Kulisse, die nicht ohne Grund liebevoll als Münchens „Klein-Venedig“ bezeichnet wird. Zwischen urigen Altbauten, blühenden Hinterhöfen und plätscherndem Wasser findet ihr den perfekten, ruhigen Zufluchtsort. Wer an einem sonnigen oder herbstlichen Tag durch das Viertel spaziert, genießt echte Idylle und pures Urlaubsfeeling mitten in der Großstadt.
Vom Schandfleck zur Erholungsoase: Die Geschichte des Auer Mühlbachs

Dass man dieses Stück Natur heute überhaupt wieder oberirdisch genießen kann, ist nicht selbstverständlich. Das Bild der Münchner Altstadt wurde damals von einer Vielzahl an Kanälen und Bächen geprägt. Im 19. Jahrhundert nutzten die Münchner das Wasser noch als Antriebskraft für Mühlen und Schmieden sowie zum Wäschewaschen.
Später galten die Bäche der Stadtverwaltung jedoch als Verkehrshindernis und finanzielle Last. Sie wurden verrohrt, mit Betondecken versehen oder sogar mit Beton zugeschüttet. Erst Jahrzehnte später erkannte die Stadt diesen Fehler und leitete das Umdenken ein: Seit dem Jahr 2000 wurden die massiven Abdeckungen schrittweise entfernt, sodass das Gewässer heute wieder frei fließen und als grüne Oase zur Abkühlung der Stadt beitragen kann. Heutzutage bezeichnet die Stadt ihren damaligen Fehler sogar selbst als „eine Schande“.
Eine traumhafte Route für Spaziergänger zum Entdecken und Verweilen
📍 „Klein-Venedig“: Voßstraße 7, 81543 München-Untergiesing-Harlaching
Ein Ausflug entlang des Bachlaufs lohnt sich zu jeder Jahreszeit und lässt sich wunderbar als entspannte Laufstrecke oder Spaziergang im Herbst gestalten. Startet am besten am Friedensengel, legt einen kurzen Stopp am malerischen Kabelsteg ein und und folgt dem plätschernden Bachlauf flussaufwärts durch die Au. Nach einem ausgiebigen Spaziergang erreicht ihr schließlich das zauberhafte „Klein-Venedig“ an der Mondstraße in Untergiesing.
Auf seinem Weg zieht das Gewässer vorbei an bunten Schrebergärten, kleinen Brücken, Mühlrädern und Häusern, die direkt an das Bachufer gebaut sind. Wer auf der Erkundungstour Appetit bekommt, legt einfach eine gemütliche Pause ein, etwa für eine stärkende Suppe im Lokal Henry hat Hunger.